Stress bei der Heimarbeit- wie äußert er sich?

So können Sie Stresserscheinungen erkennen und Ihr eigenes Stressverhalten analysieren

Schnell Geld verdienen und das von zu Hause aus - die ideale Kombination für viele Deutsche. Im Gegensatz zu einem regulären Büro, das man morgens betritt und abends wieder verlässt, ist ein Home Office aber ständig präsent. Das kann dazu führen, dass Sie sich keinen wirklichen Feierabend gönnen. Schuldgefühle, wenn Sie nicht arbeiten und Stress können die Folge sein. 

Definition von Stress

Um die Gefahr von Stress zu bannen, muss sie erst einmal erkannt werden. Was genau ist Stress?

Nach Hans Selye unterscheidet man zwei Arten von Stress: negativer Stress, auch distress genannt und positiver Stress – Eustress.
Heutzutage wird der Begriff Stress meist als Synonym für Distress genutzt. Es sind Reize, die als unangenehm oder bedrohlich wahrgenommen werden. Distress führt zu einer erhöhten Anspannung des Körpers. Ist dieser Zustand von längerer Dauer, führt er zu geringerer Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit. Wird mit anhaltendem Stress nicht entsprechend umgegangen, kann dieser zu einem Burnout führen.

Die Stressampel

Ein Modell zur Erklärung von Stress, die sogenannte Stressampel nach Dr. Gert Kaluza, setzt sich aus drei Ebenen zusammen: den Stressoren, den persönlichen Stressverstärkern und den Stressreaktionen. Im Folgenden erläutern wir dieses Modell in etwas mehr Detail.

1. Stressoren

Der Begriff der Stressoren umfasst alle inneren und äußeren Reize, die Stress verursachen und eine Anpassungsreaktion des Organismus hervorrufen. Bei Stressoren handelt es sich in der Regel um körperliche als auch seelische Reize. Diese umfassen unter anderem Temperatur, Lärm, Verletzungen, Überforderung im Beruf, Probleme in der Partnerschaft.

2. Persönliche Stressverstärker

Es ist nicht das Auftreten eines Stressores selbst, das einen Effekt auf die Person hat. Vielmehr bestimmen die Wahrnehmung, Bewertung und Verarbeitung der Stressoren, wie das Stresserleben eines Menschen aussieht. Persönliche Stressverstärker repräsentieren folglich den inneren Teil des Stressgeschehens.

Es gibt eine große Zahl von sehr individuellen Stressverstärkern. Wir stellen nun ein paar vor, die Ihnen als Anhaltspunkt dienen können, um Ihre eigenen Stressverstärker identifizieren zu können. Die Stressverstärker sind mitentscheidend, ob überhaupt eine Stressreaktion auftritt.

  • Sei perfekt! Dieser Stressverstärker basiert auf einem überhöhten Wunsch nach Erfolg, Selbstbestätigung und Anerkennung durch andere über Leistungen. Er hat eine starke Angst vor Misserfolg, Versagen und Fehlern zur Folge. 
  • Sei beliebt! Zugehörigkeit und Liebe sind die treibenden Kräfte dieses Stressverstärkers. Folglich führt er zu einer starken Angst vor Ablehnung, Kritik und Zurückweisung. 
  • Sei stark! Abhängigkeit von anderen, Hilfsbedürftigkeit und Schwäche gelten hier als nicht erstrebenswert und sollen vermieden werden.
  • Sei auf der Hut! Sicherheit und Kontrolle sind oberste Ziele bei diesem Stressverstärker. Eine ausgeprägte Angst vor Kontrollverlust, Fehlentscheidungen und Scheu vor Risiken sind seine Folge. 
  • Ich kann nicht! Dieser Stressverstärker repräsentiert den Wunsch nach eigenem Wohlbefinden und einem bequemen Leben. Individuen haben folglich Angst vor unangenehmen Gefühlen und vor Anstrengung.

In der Regel tritt eine Kombination der Stressverstärker auf, die Ihre Reaktion auf Stressoren bestimmt. Analysieren Sich sich selbst und finden Sie heraus, welcher Stressverstärker bei Ihnen besonders dominant ist. Nur so können Sie beginnen, Ihre Stressreaktion zu kontrollieren.

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3. Stressreaktionen

Die Stressreaktion ist schließlich die Folge der Stressoren, die über die Stressverstärker wahrgenommen und bewertet wurden. Reaktionen auf Stress können auf der körperlichen, einer verhaltens- bzw. einer kognitiv-emotionalen Ebene stattfinden.

Körperliche Reaktionen umfassen verstärkte Muskelanspannung bzw. Herzschlag, Müdigkeit, Magenbeschwerden, Schlafprobleme und vieles mehr. Auf der Verhaltensebene kann Stress unter anderem zu Ungelduld, übermäßigem Essen, Alkoholkonsum, Agressivität oder unorganisiertem Arbeitsverhalten führen. Die Betrachtung der kognitiv-emotionalen Ebene befasst sich mit Gedanken und Gefühlen der Menschen. Stress kann auf dieser Ebene zu innerer Unruhe, Unzufriedenheit, Angst zu versagen, Black out, fehlender Konzentration, Alpträumen und Gedächtnisproblemen führen.

Diese Ebenen sind generell nicht getrennt voneinander zu betrachten. Sie können sich gegenseitig beeinflussen. Das bedeutet, dass Sie, um Stress entgegenzuwirken verschiedene Ansatzpunkte wählen können. Mehr dazu, was Sie gegen Stress unternehmen können finden Sie in dem Artikel 'Zehn Tipps, um Stress bei der Heimarbeit zu bewältigen'.