10 Tipps, wie Sie günstig und gut essen können

Die wahrgenommenen Kosten für Lebensmittel

Viele Verbraucher haben das Gefühl, dass Lebensmittel immer teurer werden. Schnittkäse zum Beispiel: im September 2014 war er 14,1 Prozent teurer als noch vor einem Jahr. Oder Kopfsalat, plus 19,1 Prozent. Von Tomaten wollen wir gar nicht sprechen: 26 Prozent teurer laut offizieller Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Auf der anderen Seite sind aber auch viele Produkte günstiger geworden. Butter zum Beispiel vergünstigte sich um 13 Prozent in einem Jahr, Äpfel um 17 Prozent und Kartoffeln um bis zu 26 Prozent. Warum also nehmen Verbraucher nur die Preissteigerungen wahr?

Dieses Phänomen kann anhand der ‘neuen Erwartungstheorie’ von Kahnemann und Tversky erklärt werden. Laut dieser Theorie wiegen Verluste bei Individuen schwerer als Gewinne derselben Höhe. Das bedeutet, dass ein Preisverfall von 1€ bei einem Produkt einen Preisanstieg um 1€ bei einem anderen Produkt nicht aufwiegen kann.

Die Ausgaben der Deutschen für Lebensmittel

Im Jahr 2012 standen einem deutschen Haushalt durchschnittlich 3133€ für Ausgaben zur Verfügung. Ungefähr 25% dieses Geldes wurde für Strom- und Heizungskosten verwendet. Nur ca. 10% wurden für Lebensmittel ausgegeben. Wieviel Sie im Monat genau für Lebensmittel ausgeben, ist für Sie vermutlich schwer zu beziffern. Es seidenn Sie führen ein Haushaltsbuch, in dem Sie Ihre Ausgaben festhalten. 

Im europäischen Vergleich leben die Deutschen sehr bescheiden was ihre Ausgaben für Nahrungsmittel anbelangt. Allein die Briten und die Österreicher geben weniger aus. Polen und Griechenland führen mit ihren Ausgaben für Lebensmittel, berechnet als Anteil ihres Einkommens.

Kaufen Sie Saisonale Produkte

So können Sie Ihre Kosten für Lebensmittel minimieren

1. Planen Sie Ihre Gerichte für die Woche

Planung ist der erste Schritt, um beim Kochen Geld zu sparen. Machen Sie sich am Anfang der Woche Gedanken, was Sie jeden Tag kochen möchten. So haben Sie die Möglichkeit, Reste zu verwerten, Großpackungen zu kaufen und Angebote wahrzunehmen. Schreiben Sie sich für Ihren Gang zum Supermarkt einen Einkaufszettel, so verhindern Sie, dass Sie zu Spontankäufen verleitet werden. Gehen Sie möglichst nur einmal die Woche einkaufen.  

2. Kaufen Sie Lebensmittel, wenn sie im Angebot sind

Reis, Nudeln, Öl, wie auch Dosenprodukte können Sie sorglos kaufen, wenn sie im Angebot sind. So haben Sie die Möglichkeit spontan etwas zu kochen und können Angebote ausnutzen. Achten Sie dennoch auf Scheinangebote. Es lohnt sich immer die Preise auch Supermarkt-übergreifend zu vergleichen. Viele Lebensmittel, so zum Beispiel Fleisch, können Sie einfrieren, wenn Sie zu viel gekauft haben sollten. Das gilt auch für bereits fertig gekochte Gerichte: Lasagne, gefüllte Paprika, Suppen etc. können sie problemlos einfrieren.

3. Gehen Sie nicht hungrig einkaufen

Man hat es schon oft gehört und auch wir raten Ihnen dazu: nie mit leerem Magen einkaufen gehen. Wenn Sie hungrig durch den Supermarkt laufen, sind Sie anfällig für Spontankäufe, die oft weder gesund noch günstig sind.

4. Kaufen Sie bei Discountern ein und halten Sie sich an Handelsmarken

Beim Discounter finden Sie den Großteil der von Ihnen benötigten Lebensmittel. Alles weitere können Sie in einem Supermarkt mit breiterem Sortiment kaufen. In normalen Supermärkten sollten Sie möglichst auf Handelsmarken zurückgreifen. Diese Eigenmarken der Supermärkte bieten Ihnen gute Qualität zu weitaus günstigeren Preisen als Markenprodukte. Heutzutage haben viele Supermärkte mehr als nur eine Handelsmarke.

5. Versuchen Sie regionale und saisonale Produkte zu kaufen

Saisonales Obst und Gemüse bekommen Sie günstiger im Supermarkt zu kaufen. Es ist außerdem frischer und schmeckt besser als außerhalb der Saison. Sollten Sie sich unsicher sein, welches Obst und Gemüse zu welcher Jahreszeit in der Saison ist, dann schauen Sie sich doch im Internet um. Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu saisonalem Obst, Gemüse und Salat. Schauen Sie doch auch mal bei dem Landwirt in Ihrer Nähe vorbei. Kaufen Sie regelmäßig Kartoffeln. Sie sättigen gut und sind günstiger als Reis und Nudeln. 

6. Limitieren Sie Ihren Einkauf und achten Sie auf den angegeben Kilopreis

Besorgen Sie nur das, was Sie wirklich benötigen. Kaufen Sie keine Großpackung, wenn Sie den Inhalt nicht verwenden können. In der Regel ist der Kilopreis zwar geringer, wenn Sie größere Mengen kaufen, sollten Sie die Produkte schlussendlich nicht nutzen, wird der Kauf im Endeffekt dennoch teurer. Generell ist es ratsam, den Kilopreis der Produkte zu vergleichen. Manche Packungen wirken groß, haben jedoch wenig Inhalt.

7. Das Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet nicht, dass Lebensmittel schlecht sind

Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt an, bis zu welchem Termin ein Lebensmittel bei sachgerechter Aufbewahrung auf jeden Fall ohne wesentliche Geschmacks- und Qualitätseinbußen sowie gesundheitliches Risiko zu konsumieren ist. Selbst wenn es abgelaufen ist, können die Lebensmittel noch unbedenklich genießbar sein. Vorsichtig sollten Sie bei dem so genannten Verbrauchsdatum (zu verbrauchen bis…) sein. Dies kommt bei sehr leicht verderblichen Lebensmitteln zum Einsatz, die nach kurzer Zeit eine Gefahr für die Gesundheit darstellen können.

8. Reduzieren Sie Ihren Fleischkonsum

Wir Deutschen essen rund 60 Kilogramm Fleisch pro Kopf und Jahr, wovon die Hälfte auf Fleisch und Wurstwaren fällt. Fleisch ist in Deutschland im europäischen Vergleich relativ teuer. Unsere Preise liegen bei 128% des europäischen Durchschnitts. Ohne ganz auf Fleisch zu verzichten, können Sie durch ein paar vegetarische Mahlzeiten in der Woche Ihren Geldbeutel entlasten. Ein bis zwei Mal Fleisch in der Woche zu essen ist ausreichend. 

9. Verwerten Sie Reste

Planen Sie einen ‘Restetag’ in Ihre Woche ein. Bereiten Sie zu den Resten der Woche zum Beispiel eine neue Sättigungsbeilage oder einen neuen Salat zu. Manchmal braucht man ein wenig Kreativität, um Lebensmittel, die kurz vor dem Verderben sind noch zu verwerten. Hier finden Sie ein paar Anregungen, wie Sie Ihre Reste am besten verwerten können.

  • Kartoffeln: Kartoffelsalat, Kartoffelsuppe, Bratkartoffel, Kartoffelauflauf, zum Andicken von Suppen und Soßen
  • Nudeln: Nudelsalat, als Suppeneinlage, Nudelauflauf, gebratene Nudeln mit Ei
  • Reis: Reissalat, Reispfanne, mit Kräutern und Gemüse anbraten
  • Gemüse: Gemüseauflauf, Gemüsesuppe, mit Käse überbacken, püriert in Soßen geben, als Pfannkuchenfüllung
  • Käse:zum Überbacken, in Salat
  • Obst: Obstsalat, püriert in Shakes, zu süßen Pfannkuchen, als Obstmus in Joghurt mischen
  • Brot/Brötchen: Semmelknödel, zu Croutons verarbeiten, reiben und als Paniermehl verwenden, eingeweicht in den Frikadellenteig geben

10. Versuchen Sie möglichst viel selbst zu machen

Fertigprodukte, Backmischungen, abgepackte Salate, fertige Pizzen, all diese Produkte sind teuer und nicht zwangsläufig hochwertig. Versuchen Sie sie einfach selbst herzustellen. Auch Marmeladen und Brot können Sie einfach selbst zubereiten. Es schmeckt in jedem Falle besser und ist günstiger als diese Dinge einzukaufen.

Pflanzen Sie ein paar Kräuter auf der Fensterbank an. Die sehen nicht nur schön aus, sondern schmecken wunderbar in frisch gekochten Gerichten. Probieren Sie es einfach aus mit Rosmarin, Basilikum, Thymian, Schnittlauch oder Petersilie.

Reduzieren Sie Ihren Lebensmittelabfall

Der Lebensmittelabfall in Deutschland und wie Sie Ihren Beitrag dazu leisten können

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) geht davon aus, dass weltweit rund ein Drittel der für den menschlichen Verbrauch produzierten Lebensmittel verloren gehen oder weggeworfen werfen. Dies entspricht einer Menge von etwa 1,3 Milliarden Tonnen pro Jahr. Gleichzeitig leiden nach FAO Schätzungen rund 925 Millionen Menschen an Hunger und Unterernährung.  

Der Großteil der Lebensmittel, der weggeworfen wird, kommt aus privaten Haushalten. Das bedeutet, dass Sie, wenn Sie Ihren Konsum umsichtig planen und Ihre Reste verwerten, einen kleinen Beitrag dazu leisten können, dass weniger Lebensmittel weggeschmissen werden. Hinzu kommt, dass Sie dabei noch Geld sparen können.

 

Falls Sie einen Weg suchen, Ihre Haushaltskasse diesen Monat noch aufzubessern, lesen Sie doch unseren Artikel über bezahlte Online-Umfragen und melden Sie sich hier bei uns an.