8 Fakten über unseren Humor

Über Geschmäcker lässt sich ja bekanntlich streiten, über Humor auch. Im Volksmund spricht man oft davon, jemand habe schwarzen Humor, einen trockenen Humor und so weiter. Doch warum ist es uns so wichtig, mit Freunden und Partnern denselben Humor zu teilen und warum ausgerechnet am ersten April so manche humorvolle Beziehung in Frage gestellt wird.

1. Intelligenz und Humor hängen zusammen

Forscher sind der festen Überzeugung, dass der Humor sich im Laufe der Evolution als überlebenswichtig erwies, vor allem im Hinblick auf die Partnerwahl. Wer mit seinem Partner denselben oder einen ähnlichen Humor teilte konnte die anstehenden Aufgaben des Lebens besser meistern. Daniel Howrigan von der Universität in Colorado hat im Jahr 2008 anhand einer Studie beweisen können, wie sehr ein gesunder Humor unser Image beeinflusst. Er analysierte zum einen die Intelligenz, zum anderen die Persönlichkeit von 185 Studenten. An der Studie nahmen 115 Frauen und 70 Männer teil. Howrigan stellte fest, dass diejenigen die bei dem Intelligenztest gut abgeschnitten haben, als überdurchschnittlich humorvoll bewertet werden.

2. Humor macht sexy

Um herauszufinden, wie sich Humor auf unsere Bewertung der Attraktivität anderer auswirkt, haben Eric Bressler vom Westfield State College in Massachusetts und Sigal Balshine von der McMaster University Ontario 210 Studenten die Fotos von 40 Personen bewerten. Die männlichen Teilnehmer bewerteten Frauengesichter und die Frauen blickten auf Männergesichter. Manche der Bilder wurden von den Forschern mit amüsanten Sprichworten und Floskeln versehen. Ergebniss der Studie war, dass Frauen die Männer mit Unterschriften und oder Sprüchen unter dem Foto als freundlicher und lustiger bewerteten. Humor lässt Männer also nicht nur sexy wirken, er lässt sie auch als potentielle Partner gut darstehen.

3. Humor verbessert das Gedächtnis

Dieses Ergebnis stammt aus dem Jahre 1977 und wurde von den beiden US-Professoren Gregory Pascoe und Robert Kaplan von der San Diego State University herausgefunden. 508 Studenten nahmen damals an der Studie teil, sie mussten entweder in eine ernste oder in eine humorvolle Vorlesung gehen. Die humorvolle Vorlesung gab es in drei verschiedenen Versionen, in der ersten bezog sich der Humor ausdrücklich auf den Inhalt der Vorlesung, der Dozent verband also das Lustige mit dem Lernstoff. In der zweiten Vorlesung waren die Witze und Anmerkungen völlig unabhängig vom Lernmaterial und in der dritten Version wurde ein Mix aus den beiden vorangegangenen gewählt.

Nachdenkender Mann

Unmittelbar nach der Vorlesung und sechs Wochen später testeten die Professoren, wie viel des Lernmaterials den Studenten im Gedächtnis geblieben ist. Ergebnis war, dass die Teilnehmer der zweiten Vorlesung sich am meisten gemerkt hatten. Hier kasperte der Dozent unabhängig vom Lernmaterial herum.

4. Humorvolle Werbung wird länger erinnert

Madelijn Strick von der Uni in Nimwegen, Niederlande wollte herausfinden, wie Unternehmen es schaffen können, dass ihre neuen Produkte trotz der großen, sich ständig erneuernden Vielfalt nicht untergehen. Ihre Studie von 2009 sah folgendermaßen aus: Teilnehmern der Studie reichte sie zwei fiktive Magazine, das eine enthielt viele lustige Cartoons, das andere eher ernste Zeichnungen und Bilder. Anschließend wurden die Probanden aufgefordert, die Produkte in den Magazinen zu bewerten. Ergebnis: die Produkte, die am dichtesten an den lustigen Cartoons waren, wurden am ehesten erinnert.

5. Humor verlängert das Leben

2010 veröffentlichte Sven Svebak von der norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie seine Studie darüber, ob Humor das Leben verlängert. Ergebnis der Langzeitstudie über mehrere Jahre mit mehr als 50.000 Teilnehmern lautet: Ja, Humor hat durchaus positive Auswirkungen auf unsere Lebensdauer. Menschen mit Humor würden seltener Krank und somit länger leben. Ähnliches gilt, wenn Menschen glücklich sind, lesen sie dazu gerne unseren Artikel “warum glücklich sein so wichtig ist”.

6. Der Humor ändert sich im Alter nicht

Die kanadische Psychologin Prathiba Shammi vom Baycrest-Zentrum für Seniorenpflege in Toronto hat 2003 eine Studie durchgeführt, in der Sie den Humor von 30-Jährigen mit dem von um die 70-Jährigen verglichen hat. Sie fand heraus, dass es bei einfachen beziehungsweise leicht verständlichen Witzen keinen großen Unterschied gab, wie auf die Witze reagiert wurde. Alle fanden sie ähnlich witzig. Anders war es bei komplizierteren Witzen, dort hatten die älterenTeilnehmer des Öfteren ein Problem dem Witz zu folgen, was nicht daran liegt, dass die Leute weniger Humor haben, sondern daran, dass das Gehirn schwächer wird und die Witze nicht so schnell verarbeiten kann, wie das der jüngeren Teilnehmer.

7. Humor gibt uns ein Glücksgefühl

16 Teilnehmer nahmen 2003 an der Studie von Dean Mobbs teil. Er wollte herausfinden, was in unserem Gehirn passiert, wenn wir etwas lustig finden. Die Teilnehmer bekamen neutrale und lustige Comics zu sehen, währenddessen wurden ihre Gehirnareale überwacht. Bei den Comics, die die Teilnehmer besonders lustig fanden, konnte eine deutliche Reaktion des “Nucleus accumbens” festgestellt werden. Diese Region des Gehirns ist für die Ausschüttung von Dopamin zuständig und sorgt für euphorische Gefühle. Auch bekannt ist der Nucleus, weil er an dem High Gefühl von Kokainkonsumenten beteiligt ist. Das mag erklären, warum sich so mancher nach einem kräftigen Lachanfall leicht und zufrieden fühlt.

Be Happy In Den Sand Geschrieben

8. Humor aktiviert unterschiedliche Gehirnteile

Der präfrontale Kortex ist eine Region im vorderen Stirnhirn und ist unter anderem bei dem Gefühl von Wohlbefinden aktiv. Ebenfalls aktiv ist der präfrontale Kortex, wenn wir Witze hören. Egal ob es ein Wortwitz ist, welcher das Zentrum zur Sprachverarbeitung aktiviert, oder ein phonetischer Witz, der eher den Bereich der Sprachbildung aktiviert. Zu diesem Ergebnis kamen Vinod Goel und Raymond Dolan von der kanadischen York-Universität im Jahre 2001. An dieser Studie nahmen 14 Versuchspersonen teil, ihnen wurden verschiedene Witze vorgelesen, dabei zeichnete man die Hirnströme auf.