Datenschutzrichtlinien, Klagen und warum Facebook Nutzerdaten rausrücken muss

Anfang diesen Jahres änderte Facebook wieder seine Datenschutzrichtlinien. Etwas, was Sie als Nutzer bereits gewohnt sind. Mit Ihrer Nutzung von Facebook akzeptieren Sie die neuen Bedingungen - eine Wahl haben Sie schließlich nicht.

Welche Veränderungen haben sich durch die Hintertür in die Facebook-Welt geschlichen?

Bisher erstellte Facebook Profile seiner Nutzer vor allem aufgrund von deren Verhalten, sprich: welche Seiten Ihnen gefallen, welche Beiträge Sie teilen. Das Nutzerverhalten soll in Zukunft noch weiter ausgewertet werden. Eine Änderung soll es ermöglichen, dass Facebook die Nutzer über mehrere Websites und Apps hinweg im Netz verfolgt. Wenn Sie zum Beispiel bei Facebook eingeloggt sind und sich auf anderen Webseiten umschauen, so kann Facebook dies nachvollziehen und erkennt, ob Sie an Schuhen, Sport oder Urlaub interessiert sind.

Außerdem möchte Facebook Standortdaten stärker verarbeiten. Über GPS und die Nutzung der Faceook App kann das Unternehmen erfahren, wo sich die Nutzer gerade aufhalten - das gilt auch für Apps wie Instagram und Whatsapp, die zu Facebook gehören. Auf dieser Basis können gezielt Geschäfte und Restaurants in Ihrer näheren Umgebung beworben werden.

Facebook verdient sein Geld über Werbung. Je gezielter sie diese Werbung an die Bedürfnisse der Kunden anpassen können, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass der Nutzer auf die Werbung klickt und dem Werbetreibenden Einnahmen generiert. Je mehr Daten Facebook sammelt, desto personalisierter kann das Unternehmen seine Werbung gestalten. Schon jetzt werden unsere Daten bei der Nutzung des Internets gesammelt. In Zukunft wird sich das noch ausweiten.

Klage Gericht Facebook Datensicherheit

Die belgische Datenschutzbehörde zieht gegen Facebook vor Gericht

Die belgische Datenschutzbehörde CPVP zieht gegen Facebook vor Gericht. Ihr Augenmerk liegt nicht auf den Facebook-Nutzern, sondern auf den NICHT-Nutzern.

Das mag Sie überraschen. Facebook ist jedoch in der Lage durch diverse Plug-ins, wie der ‘Like-Button’ die Aktivitäten von Internetnutzern nachzuverfolgen. In diesem Falle ist es unwichtig, ob eine Registrierung bei Facebook vorliegt oder nicht.

Das Vorgehen bei der Datensammlung sei laut der CPVP nicht transparent genug und die Nutzer würden nicht ausreichend um ihre Zustimmung zur Datenweitergabe und -verwertung gebeten. Bisher war es so, dass Facebook sich auf die irische Gesetzgebung berufen konnte. In Irland hat Facebook seinen Hauptsitz für das europäische Geschäft und die Iren zeichnen sich durch vergleichsweise lockere Datenschutzrichlinien aus.

Gegeben des Falles, dass Facebook sich außerhalb der irischen Gerichtsbarkeit verantworten muss, so könnte das dazu führen, dass in noch mehr europäischen Staaten Klagen gegen Facebook erhoben würden. Dies könnte den Druck auf den Internetgiganten massiv erhöhen.

Facebook muss in Betrugsfällen Benutzerdaten preisgeben

Das Gerichtsurteil eines Berufungsgericht vom Dienstag in New York besagt, dass Facebook Nutzerdaten preisgeben muss, wenn ein Verdacht auf Betrug besteht. Facebook allerdings hält das für verfassungswidrig und sieht durch das Urteil die Privatsphäre seiner Nutzer gefährdet.

Schon in der Vergangenheit verlor das Unternehmen bei Rechtsstreitigkeiten und musste Daten über seine Nutzer herausgeben.

In Deutschland, wie auch in den USA kam es zu Fällen, in denen sich besonders Arbeitnehmer über Facebook verrieten. Vermeintlich berufsunfähige Rentner zeigten sich beim Extremsport und vermeintlich kranke Arbeitnehmer veröffentlichten Hochzeitsfotos. In solchen Fällen, muss Facebook so wie es aussieht in Zukunft Nutzerdaten herausgeben, die zur Aufklärung von solchen Betrugsfällen dienen. In der Realität sieht dies folgendermaßen aus: Staatsanwälte in den USA durchsuchen Statusmeldungen hunderter Facebook-Nutzer. Facebook darf dies nicht blockieren. Momentan laufende Ermittlungen umfassen knapp 1000 Personen, von denen sich bereits 108 schuldig bekannt haben.

Facebook Sicherheit

Die geplante Reform des europäischen Datenschutzrechts - die Lösung? 

Um dem Trend der ansteigenden Nutzung des Internets gerecht zu werden und der damit einhergehenden Genierung und Speicherung von Daten entgegenzuwirken, arbeitet die EU an Plänen zur Stärkung des Datenschutzes innerhalb der EU - die EU-Datenschutzreform.

Mit dieser Reform verfolgt die EU-Kommission diverse Ziele. Sie möchte die bestehenden europäischen und nationalen Datenschutzvorschriften vereinheitlichen. Unternehmen, die Daten verarbeiten sollen verstärkt Rechenschaft ablegen. Trotz der Vereinheitlichung sollen nationale Datenschutzbehörden gestärkt werden, so zum Beispiel durch stärkere Sanktionsmittel.

Unternehmen, die in der EU aktiv sind, die Daten jedoch außerhalb der EU verarbeiten, sollen in Zukunft den Regelungen der EU unterliegen. Hier liegt der Fokus auf US-amerikanischen Utnernehmen, so zum Beispiel Facebook. Es sollen zudem die Rechte auch Datenportabilität und Vergessenheit gesetzlich festgeschrieben werden. Datenportabilität ist das Recht, die eigenen Daten von einem Ort oder Dienst zu einem anderen zu bewegen. Das Recht auf Vergessenheit bedeutet, dass digitale Informationen, die sich auf Personen beziehen nicht dauerhaft zur Verfügung stehen dürfen. Auch diese Regelungen würden einen Effekt auf Facebook und Co. haben.