Die Zufriedenheit der Deutschen mit Gewicht und Aussehen

Neues aus der Marktforschung

Wenn die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke kommen und sich sommerliche Temperaturen breitmachen, haben Sie sich vielleicht selbst schon einmal dabei ertappt, wie Sie wehmütig an die guten Vorsätze vom Jahresanfang zurückdachten. Weg mit zusätzlichen Pfunden, gesündere Ernährung und mehr Sport, kommt Ihnen das bekannt vor?

Diese guten Vorsätze bescheren vielen Unternehmen ein florierendes Geschäft. Laut des Marktforschungsunternehmens Nielsen sind die Werbeausgaben von Anbietern von Diäten und Sportlernahrung am Jahresbeginn zwischen 2011 und 2014 von 53 auf 72 Millionen Euro gestiegen. Und diese Werbung zeigt ihre Wirkung. Eine von Nielsen veröffentliche Studie über Gesundheit, Wellness und Ernährung zeigt, dass mehr als die Hälfte der Deutschen über überflüssige Pfunde klagt (58%). Im europäischen Vergleich liegt Deutschland somit über dem Durchschnitt von 52%.

Um gegen diese Pfunde anzugehen versuchen die Deutschen laut Studie in der Regel ihre Ernährung umzustellen. Zudem werden Sport und Bewegung als Mittel gegen die Pfunde eingesetzt. Süßigkeiten werden als Dickmacher Nummer eins angesehen und folglich als erstes von dem Speiseplan verbannt. 80% der Deutschen, die abnehmen möchten reduzieren ihren Süßigkeitenkonsum, im europäischen Vergleich sind es nur 66%. Anstatt ihre Nahrung umzustellen, folgen unsere europäischen Nachbarn der Devise: Weniger ist mehr. Sie essen das gleiche, jedoch in kleineren Portionen.

Wenn Sie mehr über Ernährungstrends in Deutschland erfahren möchten, lesen Sie hier weiter.

Diät

Im Vergleich zu anderen Ländern haben die Deutschen ein ausgeglichenes Verhältnis zu ihrem Körpergewicht. Die von Nielsen durchgeführte Studie zeigte unter anderem, dass sich 35% der Spanier für extrem übergewichtig halten. In Deutschland sind es nur 16%. Auf der anderen Seite geben 27% der Spanier an, an Untergewicht zu leiden, jeder vierte also. In Deutschland sind es nur 5%.

Wenn man nun den Fokus vom Gewicht löst und sich das Gesamtbild anschaut, kommt die Gesellschaft für Konsumforschung, GfK, in ihrer Studie zu etwas anderen Ergebnissen. Die Studie der GfK zeigt, dass weit über die Hälfte der Deutschen mit ihrem Aussehen zufrieden ist. Nur 12 Prozent der Befragten äußern Unzufriedenheit. Im internationalen Vergleich zeigen sich besonders die Japaner als unzufrieden, während Verbraucher in lateinamerikanischen Ländern angeben, voll und ganz mit ihrem Aussehen zufrieden zu sein. Im Durchschnitt sind über die Hälfte aller Befragten aus 22 Ländern (55 Prozent) zufrieden mit ihrem Aussehen. Im Gegensatz dazu sind 16 Prozent nicht damit zufrieden. Und drei Prozent davon sind mit ihrem Aussehen sogar überhaupt nicht zufrieden.

Die Studie der GfK konnte Unterschiede in der Zufriedenheit zwischen Mann und Frau und besonders bei Teenagern feststellen. Männer sind im Schnitt zufriedener mit ihrem Aussehen als Frauen. Zudem ist der Anteil der Frauen, die ganz und gar nicht mit ihrem Aussehen zufrieden sind doppelt so hoch wie der der Männer.

Teenager im Alter von 15-19 Jahren zeigen sich am selbstkritischsten, was ihr Aussehen betrifft. Rund 18 Prozent geben an, nicht mit ihrem Aussehen zufrieden zu sein. Die übrigen Altersgruppen erreichen hier Werte zwischen 8 und 16 Prozent. Tendentiell wächst die Zufriedenheit mit steigendem Alter. Am zufriedensten mit dem eigenen Aussehen sind Befragte ab 50 Jahren. In der Altersgruppe 50 bis 59 Jahre liegt der Anteil bei 65 Prozent, bei den Befragten ab 60 Jahren bei 66 Prozent.

Vergleicht man die Zufriedenheit der Deutschen mit ihrem Aussehen mit anderen Ländern der Untersuchung, so findet man Deutschland innerhalb der Top 10. Besonders Lateinamerikanische Länder, wie Mexiko, Brasilien und Argentinien weisen eine hohe Zufriedenheit auf.