Mobile Payment - die neue Bezahlmöglichkeit per Smartphone

Mobile Payment auf dem Vormarsch?

Mobile Payment oder auch M-Payments, Handy-Zahlungen beschreibt die Durchführung von Zahlungen über Mobiltelefone. Weder Bargeld noch Kreditkarten werden am Verkaufspunkt oder zum Zeitpunkt der Transaktion benötigt.

Mobile Payment ist auf dem Vormarsch, so lautet das Ergebnis einer von Price Waterhouse Cooper, PwC, durchgeführten repräsentativen Studie von über 1000 Deutschen. Ein Viertel aller Deutschen bezahle demnach bereits mobil.

Mobile Payment

Auf der anderen Seite bedeutet das jedoch, dass 75 Prozent aller Deutschen noch nie mit ihrem Smartphone bezahlt haben.  Payment-Apps  haben sich also in Deutschland bislang weitaus weniger schnell verbreitet als erwartet oder werden nicht genutzt. Laut der Umfrage sind 35 Prozent bereit, diese Form der Bezahlung zukünftig auszuprobieren. 40 Prozent der Befragten machten deutlich, dass sie Mobile Payment weder heute nutzen, noch dies in der Zukunft beabsichtigen.

Seit Mitte Juli diesen Jahres bietet ALDI Nord seinen Kunden die Option des mobilen Bezahlens per Smartphone an. SKOPOS, ein international agierendes Marktforschungsinstitut mit Sitz in Fürth, untersuchte im Zuge einer Online-Befragung von 400 REWE- und Edeka-Kunden in wieweit an einem solchen Angebot Interesse besteht. Laut der Studie der PwC, wird am meisten das mobile Bezahlen für Hotels, Flug- und Bahntickets oder Kleidung, Schuhe und Accessoires genutzt. Rund 9 Prozent der Deutschen haben für Unterhaltungselektronik schon einmal mit ihrem Smartphone oder Tablet bezahlt, 8 Prozent für Nahrungsmittel und Getränke im Supermarkt oder für Dienstleistungen in der Gastronomie. SKOPOS fand heraus, dass bisher nur 4% der Befragten Smartphones zum Bezahlen im Geschäft nutzen.

Öfter nutzen Kunden hingegen das Einscannen von Produkten, um zusätzliche Informationen zu bekommen. Wie zu erwarten steigt die Bereitschaft der Smartphonenutzung für diese Zwecke mit sinkendem Alter, so SKOPOS.

Mobile Bezahlmittel

Herausforderungen und Chancen für Mobile Payment.

Warum also nutzt bisher nur ein Viertel aller Deutschen Mobile Payment? In den USA waren es 2014 bereits 40% aller Bürger, die Mobile Payment Apps nutzten. Den potentiellen Nutzer plagen momentan noch ein paar Sorgen: 88 Prozent fürchten Datenmissbrauch und Hackerangriffe wenn sie Mobile Payment Apps nutzen. Die Anbieter solcher Dienstleistungen sind folglich in der Verantwortung, für ein höchstmögliches Maß an Sicherheit zu sorgen, um den Vorbehalten entgegenzuwirken.

Weitere Herausforderungen für die Verbreitung der mobilen Bezahlung sind die Befürchtung von 85 Prozent der Befragten, dass ihr Handy gestohlen und mit den Bezahldaten Missbrauch getrieben wird. Rund drei Viertel sind besorgt, dass ihr Handy-Akku aufgebraucht wird und sie dann nicht mehr in der Lage wären zu bezahlen oder dass sie durch die regelmäßige Nutzung von Mobile Payment eine große Menge an Informationen über ihren Konsum preisgeben. 28 Prozent der Deutschen bezahlen grundsätzlich lieber mit Bargeld.

Natürlich bringt die Zahlung mit dem Smartphone auch klare Vorteile mit sich. Die getätigten Transaktionen kann man übersichtlich auf dem Smartphone einsehen. Zudem müssen Sie nicht darauf achten, ob Sie genug Bargeld dabei haben. Im Ganzen wird der Einkauf und das Bezahlen durch Mobile Payment unkomplizierter gemacht.

Sicherheit  Beim Bezahlen Im Netz

Um mehr potentielle Nutzer davon zu überzeugen, mobile Bezahlformen zu nutzen, sollten Anbieter eine Sicherheitsgarantie für den Kunden gewährleisten, so 59 Prozent der Befragten der PwC Studie. Des Weiteren wünschen sich die Befragten, dass bei der Nutzung des Services keine zusätzlichen Gebühren anfallen und dass es eine Notfallnummer gibt, die sie im Falle eines Handydiebstahls.

In Deutschland ist PayPal der größte Anbieter von mobilen Bezahlservices. 85% der Befragten gaben an, diesen zu kennen. Etwas weniger bekannt sind Google Wallet und Apple Pay mit 18 bzw. 14 Prozent Bekanntheit.

Ein Blick in die Zukunft des Mobile Payment

Nach Angaben von PwC wird im Jahr 2020 die Kundenbasis für Mobile Payment über 11 Millionen Verbraucher betragen, im Vergleich zu knapp 180.000 im Jahr 2014. Die Jahreserlöse pro Kunden sollen dennoch nur von 42 Euro in 2014 auf 46 Euro in 2020 steigen. Das Marktvolumen in 2020 wird auf eine Milliarde Euro geschätzt, die sich zur Hälfte aus Business-to-Business Transaktionen zusammensetzt.

Momentan gibt es jedoch noch keine Mobile Payment Lösungen für Geschaftskunden, lediglich für den Endkonsumenten. PwC sieht jedoch Wachstumsraten von 100% pro Jahr im B2C Bereich und sogar 150% im B2B Bereich. Sie gehen davon aus, dass das Markt- bzw. Transaktionsvolumen dann bei rund 500 Millionen Euro pro Jahr liegen wird, ähnlich wie beim Endkunden-Segment. Die Anbieter müssen sich also umfassende, einzigartige Geschäftsmodelle überlegen, um den Markt weiter durchdringen zu können.