Sind Wir Einkaufs-Traditionalisten?

Wie sich unser Handel in den letzten Jahren verändert hat

Der Online-Handel

Die Firma Nielsen ist einer der führenden Anbieter von Informationen und Erkenntnissen zum Konsum- und Medienverhalten von Verbrauchern. Nielsen führt Studien über das Verbraucherverhalten in 47 europäischen Märkten durch und ist in über 100 Ländern weltweit tätig. Somit soll sicher gestellt werden, dass die Übersichten über Kauftrends und Medienverhalten möglichst genau sind.

Eine aktuelle Studie der Firma Nielsen zeigt, dass sich die Art und Weise wie die Verbraucher einkaufen und wo sie dies tun, über die letzten Jahre sehr stark verändert hat. Die Digitalisierung wirkt sich immer mehr auf den stationären Handel und den Online-Handel aus. Dennoch sind die Verbraucher in einem hoch technologisierten Land wie Deutschland dem Online-Handel eher skeptisch gegenüber. Nur 17 Prozent von Ihnen geben an, dass sie Waren des täglichen Bedarfs Online kaufen. Im Durchschnitt kaufen die Menschen in Europa 26 Prozent ihrer täglichen Bedarfsmittel Online.

Immerhin können sich 35 Prozent der Deutschen vorstellen, täglich benötigte Waren in Zukunft im Internet zu bestellen. Das klingt schon gar nicht schlecht, liegt aber immernoch hinter dem europäischen Durchschnitt, dort können sich 40 Prozent vorstellen in Zukunft hauptsächkich online einzukaufen.

Einkaufen Mit Kind

Online vs. stationärer Handel

Der Wandel durch die Digitalisierung betreffe nicht nur das Einkaufsverhalten, sondern auch die Ansprüche der Verbraucher an ihre Händler, so Ingo Schier (Vorsitzender der Geschäftsführung Nielsen Deutschland). Preise würden immer öfter Online verglichen und somit eine neue Verhandlungsgrundlage mit den stationären Händlern geschaffen. Wem der Preis vor Ort nicht passt, der bestellt es eben Online. Dieser Trend wird von den Händlern mit größter Sorge betrachtet. Denn zum einen geht der Umsatz zurück, zum anderen kommen Kunden in die Läden um sich beraten zu lassen und das Gerät dann Online zu kaufen.

Dank der eher traditionellen Einkaufseinstellung der Deutschen ist das Problem der Beratung im stationären Handel und dem folgenden Kauf Online verschwindend gering. Dennoch wird dieses Thema immer präsenter werden mit zunehmendem Online-Shopping.

Doch was ist im Moment in den Online Einkaufskörben der Verbraucher zu finden? Eindeutige Spitzenreiter sind hier die Drogerieartikel: Kosmetik (21%), Deodorant (21%), Duschgel (20%), Shampoo (20%) und Schmerzmittel (19%) – das sind die derzeitigen Top-5-Produktgruppen.
Mit den Drogerieartikeln im Online-Einkaufskorb liegen wir endlich im europäischen Durchschnitt, denn auch unsere Nachbarn bestellen diese am liebsten Online.Das sie so beliebt sind mag damit zusammenhängen, dass sie einfach per Post zu versenden sind und regelmäßig benötigt werden.

Das am liebsten hier zu Lande bestellte Lebensmittel liegt auf Platz 13 des Rankings und es ist der Kaffee - das Lieblingsgetränk der Deutschen. Prinzipiell stehen frische Lebensmittel am Ende der digitalen Einkaufsliste, hierzu gehören Fleisch (5%), Gemüse (5%), Joghurt (3%) oder Meeresfrüchte (2%). Grund für die geringe Nachfrage dieser Produkte ist die Frage, wie die frischen Produkte vom Händler zum Kunden kommen. Da es hier noch keine optimale Lösung gibt, die die Verbraucher überzeugt, werden diese Lebensmittel wohl auch in Zukunft erst einmal beim stationären Händler vor Ort gekauft.

Das Milchmann-Prinzip reloaded

Lieferservice Einkauf

Von zu Hause aus bestellen und es sich nach Hause liefern lassen, so hat es schon der Milchmann früher gemacht. Heute feiert dieses Prinzip eine Art Comeback, doch man greift nicht mehr wie früher zum Telefon um seine Bestellung aufzugeben…man nutzt heute Websites oder gar Apps zum Bestellen. 12 Prozent der Deutschen bestellen bereits ihren Einkauf online und lassen ihn sich direkt nach Hause liefern. 43 Prozent können sich vorstellen das in Zukunft auch zu tun.

Doch nicht nur das Bestellen Online und anschließendes Liefern lassen des Einkaufes sind neue Ideen der Branche, man könne den Einkauf auch Online bestellen und ihn anschließend im Laden abholen. Das kommt aber für mehr als die Hälfte der Deutschen nicht in Frage (55%). Eine ganz ähnliche Variante das Bestellte an bestimmten Abholstellen abzuholen kommt für 66 Prozent der Verbraucher nicht in Frage. Auch einem persönlichen Einkäufer stehen die Deutschen sehr kritisch gegenübe, 65 Prozent wollen nicht, dass eine fremde Person für sie einkauft und die Einkäufe anschließend nach Hause bringt.

Mag den keiner mehr einkaufen gehen?!

Die Deutschen gehen gerne in den Supermarkt, 47 Prozent der Befragten hierzulande gaben an, den Einkauf als sehr angenehm oder angenehm zu empfinden. 33 Prozent bewerteten den Einkauf als neutral und 19 Prozent finden keinen Gefallen am Einkauf im Supermarkt. Nicht nur, dass viele Konsumenten gerne einkaufen gehen, 37 Prozent von Ihnen gaben an, dass der Einkauf ein vergnügliches Ereignis für Sie und ihre Familie sei. Für 29 Prozent sei der Einkauf mit Familie eher stressig und wenig angenehm.

Um den Kunden weiterhin den höchst möglichen Komfort und Einkaufsspaß zu bieten, sollten sich die Geschäfte mit der immer größeren Bedeutung der Smartphones außeinander setzen. Sie werden in Zukunft eine der zentralen Schnittstellen zwischen Kunden und Händlern darstellen. Etwa 56 Prozent der EU-Bürger können sich vorstellen, in Zukunft eine App während des Einkaufes zu nutzen, welche Sie über Angebote informiert. In Deutschland können sich das 40 Prozent der Konsumenten vorstellen und 5 Prozent nutzen solche Apps bereits (EU-Durchschnitt 7%).

Einkaufswagen Smartphone Preisvergleich

Was spart beim Einkaufen wirklich Zeit?!

Immer populärer werden sogenannte SB-Kassen an denen die Kunden ihre Artikel selbst einscannen und bezahlen können. 11 Prozent der Deutschen nutzen bereits solche Kassen, die Tendenz ist steigend. Da sich circa zwei Drittel (61%) der Kunden vorstellen können, SB-Kassen in Zukunft zu nutzen, sollten die Händler auf diesen Trend reagieren und Ihre Läden dem heutigen technischen Stand anpassen. Auch wenn 28 Prozent der Kunden gegen SB-Kassen sind, wäre ein Angebot von beiden Kassen-Arten sicherlich eine gute Lösung.

In Europa ist es keine Seltenheit mehr den Einkauf per Lastschrift zu zahlen, 48 Prozent der Verbraucher tun das bereits. In Deutschland sind grundsätzlich nur 31 Prozent der Kunden bereit per Lastschrift zu zahlen, denn für diesen Bezahlvorgang muss der Kunde dem Händler persönliche Informationen zur Verfügung stellen. Und da der Datenschutz ein großes Thema ist, sind viele Kunden (43%) nicht bereit dazu, per Lastschrift zu zahlen.