Teilen und Tauschen - ist das der Markt der Zukunft?

Was ist Share Economy?

Der Begriff "Share Economy" bezieht sich in seiner ursprünglichen Definition auf Martin Weitzmans Untersuchungen zur Frage, ob innerhalb eines Unternehmens feste oder erfolgsbezogene Vergütungen zu einem höherem Erfolg führen. Heutzutage wird der Begriff zunehmend im Zusammenhang mit dem Trend genutzt, Ressourcen, die nicht dauerhaft benötigt werden, gemeinsam zu nutzen. Darunter können Autos, Geräte, Maschinen, Kleidungsstücke etc fallen. Synonym verwendete Worte sind unter anderem KoKonsum, hergeleitet von Kollaborativer Konsum, Collaborative Economy, Collaborative Consumption oder Peer-to-Peer Economy.

2013 machte die CeBIT „Shareconomy“ zu ihrem Leitthema und unterstrich so die Zunahme der Bedeutung von Sharing, das sich über Internetplattformen organisiert. Immer mehr Anbieter von Share Economy Dienstleistungen tummeln sich im Netz und der Trend des Wachstums ist ungebrochen. Besonders seit 2005 hat das gemeinsame Nutzen, Tauschen und Verleihen von Gegenständen zugenommen. Die am weitesten verbreiteten Bereiche sind Wohnungssharing, Booksharing, Coworking oder Verleih- und Verschenkbörsen.

PwC, eine in Frankfurt ansässige Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft, führte kürzlich eine repräsentative Umfrage unter 1000 Deutschen zum Thema Share Economy durch. Ihr Ergebnis: die Deutschen teilen gerne. Knapp die Hälfte der Deutschen hat in den letzten zwei Jahren mindestens ein Share Economy Produkt genutzt.

Share Economy Teilen Ist Das Neue Haben

Wie stehen sich Angebot und Nachfrage in der Share Economy gegenüber?

Momentan besteht laut PwC eine Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage. Es sind tendentiell mehr Menschen bereit, sich etwas zu leihen und als selbst etwas zu verleihen. Nur gut ein Drittel der Befragten hat bereits etwas zum Tausch angeboten, gut die Hälfte plant in Zukunft etwas zu leihen. Um das Potential der Share Economy vollständig auszuschöpfen müsen Angebot und Nachfrage in Gleichgewicht gebracht werden.

Was sind die Vor- und Nachteile der Share Economy?

Die Mehrzahl der Nutzer der Share Economy sind der Meinung, dass die Nutzung dieses Angebotes ihnen ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis gewährt. Auch die Anbieter gehen vor allem nach finanziellen Aspekten. Knapp ein Drittel der Anbieter sehen den größten Vorteil in dem zusätzlichen Einkommen, das sie generieren können. Laut vielen Verbrauchern sind aber auch der Umweltschutz und die Nachhaltigkeit wichtige Gründe für die Nutzung des KoKonsums.

Mögliche Nachteile zeigen sich in Bedenken in Bezug auf die Qualität der Produkte und Dienstleistungen. Sorge, ob die Sicherheit gewährleistet ist, geringere Privatsphäre und Datenschutzbedenken sind weitere Nachteile, die die Anbieter und Nachfrager beschäftigen. Zudem ist die Gesetzeslage momentan noch unklar in Bezug auf Gewerbesteuer und Versicherungsschutz im Schadensfall.

Das bedeutet, die Anbieter der Teil- und Tauschplattformen sind in der Verpflichtung, die Voraussetzungen zu schaffen, damit die Unsicherheit der Nutzer gemindert wird. Aber auch die Gesetzgeber müssen rechtliche Grundlagen schaffen, um die Share Economy weiter voranzutreiben.

Geld Sparen Durch Teilen Und Leihen

Wer sind die Hauptnutzer der Share Economy?

Wie zu erwarten, gibt es bei der Tausch-Aktivität große Unterschiede in Bezug auf das Alter der Nutzer. 82% der Nutzer sind und 30 Jahre alt. Bei der Generation über 60 haben bisher nur gut ein Viertel jemals etwas geliehen oder getauscht. Tendentiell sind Männer aktiver als Frauen.

Was wird am häufigsten getauscht?

Vor allem im Bereich Medien und Unterhaltung wird momentan viel getauscht, sprich Bücher und Musik. Auf Platz zwei finden sich Konsumgüter: Kleidung und Spielzeuge. Ungefähr ein Viertel der Befragten haben bereits Fahrzeuge gemeinschaftlich genutzt. Im Kommen sind nun auch Dienstleistungen, wie Reparaturen im Haushalt, Übernachtungen und Transport.

Wie sieht die Zukunft der Share Economy aus?

War früher ein schickes Auto ein Statussymbol, so ist es heute der jüngeren Generation nicht mehr so wichtig. Sie empfinden es zunehmend als erleichternd, ihren Konsum zu minimieren und weniger Dinge zu besitzen.

Die Share Economy ist mehr als nur ein Trend. Der Arbeitnehmer der Zukunft, im Jahr 2030, hat nach der Meinung von 68% der Befragten statt eines einzigen Jobs mehrere Einnahmequellen. Diese Vorstellung spiegelt sich in den Erwartungen der Deutschen für ihre berufliche Zukunft wider: Knapp die Hälfte möchte lieber freiberuflich arbeiten als in einem Unternehmen mit festen Strukturen.

Auch Unternehmen, die heute groß im Markt sind müssen sich überlegen, inwiefern sich ihre Produkte und Dienstleistungen tauschen und teilen lassen. Sollten die Unternehmen dem Trend nicht folgen, so wird ein Drittanbieter dies tun und ihnen schlussendlich einen Teil ihres Geschäfts streitig machen.

64 Prozent der Befragten gaben an, künftig Angebote aus der Share Economy nutzen zu wollen. Dieser Markt zeigt sich also als große Chance. Überlegen Sie doch einmal, ob das nicht etwas für Sie wäre? Haben Sie vielleicht eine gute Geschäftsidee?