Warum glücklich sein so wichtig ist

Wenn wir glücklich sind, kann uns das vor Krankheiten schützen

Verschiedene Emotionen lösen unterschiedliche biochemische Vorgänge bei uns aus. So kann es passieren, dass nach einer Trennung vom Partner die Haut plötzlich anfängt zu jucken, die Migräne-Attacke nach einer Präsentation nicht lange auf sich warten lässt, oder dass der Herpes wieder kommt, wenn wir großen Stress verspühren.

Doch nicht nur negative Gefühle beeinflussen unseren physischen Zustand, auch die positiven haben nicht zu verachtende Auswirkungen. So wurde nachgewiesen, dass Menschen, die regelmäßig Gefühle wie Freude, Liebe und Wohlbefinden erleben ein geringeres Infarktrisiko haben. Laut Frank seien die Selbstakzeptanz, positive soziale Bindungen und Autonomie glücksfördernd. Auch wer sich fragt, was er für die Gesellschaft tut und darin einen Lebenszweck findet und für sich definiert, fördere sein Wohlgefühl. Beleuchte man ständig seine Schwächen, so sabotiere man sein Wohlbefinden und produziere schlechte Stimmung.

Die Wahrnehmung für das Positive schulen

Forscher fanden heraus, dass ein schlechtes Ereignis in der Tagesbilanz mit drei positiven ausgeglichen werden müsse. In der Partnerschaft sei das Verhätnis sogar 1:5. Ist die Tagesbilanz an positiven und schlechten Ereignissen in Ihrem Verhältnis ausgeglichen, so fördert dies den sogenannten “Broaden-and-Build-Effekt”. Man werde durch positive Gefühle kreativer und offener (broaden) und sei dadurch zugänglicher für die Entdeckung neuer Fähigkeiten (build). Diese Aufwärtsspirale gibt einem das Gefühl einen Flow zu haben, dieses wiederum stimmt uns positiv und die Spirale setzt sich fort.

Um unsere positiven Ereignisse als solche erkennen zu können, müssen wir uns bewusst machen, was uns gut tut. Die positiven Momente müssen von uns aktiv wahrgenommen werden, wir sollen sie uns bewusst machen, sie aktiv zählen und wenn möglich sogar planen. Denn viele Menschen wissen, was Ihnen gut tut. Frank sagt wir müssen unsere Wahrnehmung für das Positive schulen und die Mikromomente des Glücks aktiv sammeln.

Die Menschen sollten sich Frank zufolge auf Ihre Stärken fokussieren. “Build what’s strong” lautet das Motto, Kräftige was gut ist. Unsere sogenannten Signaturstärken sind uns auf den Leib geschrieben und wir sollten diese in möglichst vielen Bereichen einsetzen. Das könne zu einem Flow-Gefühl führen und es halte gesund.

Frau Glücklich

Unser emotionaler Zustand beeinflusst unsere Gesundheit

Die Pionierin auf dem Gebiet der seelischen Zufriedenheit, US-Psychologin Carol Ryff, formulierte sechs Säulen des Wohlbefindens:

  1. die Selbstakzeptanz
  2. soziale Beziehungen
  3. Autonomie
  4. der Lebenszweck
  5. die aktive Umweltgestaltung
  6. das persönliche Wachstum

Ryff ist Mitgründerin der Positiven Psychologie und erklärt mit Ihrer Theorie des “Flourishing” (Aufblühens), wie der emotionale Status eines Menschen sogar Erkältungen abwehren kann. Demnach setzten Forscher zwei Gruppen von Probanden einem Erkältungsvirus aus. Die eine Gruppe wurde mit positiven Interventionen unterstützt, die andere nicht. Die Mitglieder der Gruppe mit psychologischer Unterstützung erkrankten seltener an Schnupfen als die Gruppe ohne Unterstützung.

Freunde wirken wie Entzündungshemmer

Genforscher Steven Cole von der University of California in Los Angeles war so fasziniert von den Auswirkungen von unserem Wohlbefinden auf unsere Gesundheit, dass er die Gene von Menschen analysierte, die angaben glücklich zu sein. Parallel analysierte er die Gene von Menschen in einem emotionalen Tief, die Forschungen ergaben, dass bei einsamen Menschen mehr Entzündungsgene aktiviert sind, als bei glücklichen Menschen. Demnach könne man Freunde als Entzündungshemmer bezeichnen.

Bhutan- das Land auf der Suche nach einer Glücksformel

Die Könige eines Landes von derselben Größe wie die Schweiz (8.082 Mio. Einwohner) mit 800.000 Einwohnern namens Bhutan haben es sich zur Aufgabe gemacht - und das ist weltweit einzigartig- dass das Glück der Untertanen das wichtigste Ziel ist. Während im Rest der Welt nach Effizienz, höherer Produktivität und noch mehr Profit gestrebt wird, und das Ganze jeweils im Bruttoinlandsprodukt gemessen wird, strebt man in Bhutan nach allgemeinem Frohsinn. Man misst in Bhutan das Bruttonationalglück.

Im Zentrum der Politik steht das Glück jedes Einzelnen, dieses lasse sich nicht materiell definieren. Jede Entscheidung über Gesetzesänderungen und öffentliche Investitionen wird daran gemessen, ob sie auch wirklich dem Allgemeinwohl dienen. Um herauszufinden, ob Entscheidungen das Wohlbefinden der Einwohner von Bhutan positiv oder negativ beeinflussen, hat die Regierung eine Kommission einberufen, welche am Forschungsinstitut “Centre of Bhutan Studies” nach einer Glücksformel sucht.

Doch da es aktuell noch keine offizielle Glücksformel gibt, bleibt die Frage: wie misst man das Glückslevel eines ganzen Volkes? In Bhutan gibt es einen Fragebogenkatalog mit 290 Fragen zur Gemütslage des Volkes. Die Mitarbeiter des “Centre of Bhutan Studies” gehen mit diesen Fragen von Haus zu Haus und fragen die Bewohner nach Ihrem aktuellen Wohlbefinden. Doch Antworten zu bekommen ist nicht so leicht, denn die Menschen in Bhutan sind sehr zurückhaltend.
Der deutsche Doktorand Tobias Pfaff hat bei der Überarbeitung des Fragenkataloges geholfen. Er sagt in den westlichen Ländern glaube man, dass das Glück stehts mit Geld, Wohlstand und materiellem Zugewinn korreliert, doch das sehen die Menschen in Bhutan anders, für Sie ist Glück vor allem der Zustand innerer Ausgeglichenheit.

Bhutan