Leistungssteigerung durch Mediation

Meditationspraktiken können zu deutlichen Veränderungen der Hirnstruktur führen, die mit der Konzentration zusammenhängen. Vermutlich denken Sie nun an den stereotypischen Mönch, der die meiste Zeit seines Lebens mit meditieren verbringt und Sie sagen sich, dass dies nicht mit Ihrem Alltag vereinbar ist. Bisher ging man auch davon aus, dass Meditation intensiv betrieben werden müsste, um einen Effekt zu erzielen. 

Allem Anschein nach lässt sich jedoch bereits mit kurzen täglichen Einheiten der Geist trainieren.

So untersuchte der Psychologe Zeidan der Abteilung Psychologie der University of North Carolina im Zuge seiner Dissertation die Wirkung einer Meditationstechnik, der Achtsamkeitsmeditation. Die Probanden sollten mit geschlossenen Augen auf dem Rücken liegen und sich nur auf ihre Atmung konzentrieren. Aufkommende Gedanken sollten sie nicht weiter verfolgen, sondern die Aufmerksamkeit wieder ihrer Atmung zuwenden. Seine Kollegen und er fanden heraus, dass Teilnehmer, die vier Tage in Folge je 20 Minuten meditierten deutlich verbesserte geistige Fähigkeiten zeigten als die Kontrollgruppe.

Darüber hinaus verbessert Meditation nachweislich die Stimmungslage, die Gedächtnisleistung, die visuelle Aufmerksamkeit und die Konzentrationsfähigkeit. Auch Angstgefühle und Müdigkeit werden vermindert und die Fähigkeit zur räumlich-visuellen Wahrnehmung gesteigert. Meditierende können, laut einer Studie der  Universität Yale in New Haven (USA) besser Gefühle wie Zorn und Ärger kontrollieren.

Forscher aus Gießen und Harvard untersuchten erstmals die Auswirkungen eines Achtsamkeits-basierten Meditationsverfahrens namens MBSR (Mindfulness-Based-Stress-Reduction) mittels Hirnscan. Teilnehmer berichteten nach acht Wochen regelmäßiger Meditation, dass sie besser mit Stress umgehen könnten. Im Hirnscan zeigten sich deutliche strukturelle Veränderungen: Die Dichte der grauen Substanz an der Amygdala, die für die Verarbeitung von Stress und Angst wichtig ist, hatte abgenommen. Zudem erhöhte sich die Dichte des Hippocampus und in Regionen, die für Selbstwahrnehmung und Mitgefühl zuständig sind. Es gibt des weiteren Beweise dafür, dass Meditation das Altern des Gehirns verlangsamt.

Das bedeutet also, dass die Wirkung der Meditation, die Menschen seit Jahrhunderten spüren nun auch mit modernen psychologischen und medizinischen Methoden nachgewiesen werden kann. Dennoch ist es wichtig zu betonen, dass die Effekte der Meditation wieder verschwinden, wenn man nicht regelmäßig meditiert.

Woman Meditating

Wie Sie Meditation in Ihren Alltag einbauen können

Wir haben bereits herausgefunden, dass Sie nicht jeden Tag stundenlang meditieren müssen, um Ihre Konzentrationsfähigkeit, Stimmung, negative Gefühle und vieles mehr zu beeinflussen. Dennoch bleibt die Frage offen, wie genau Sie Meditation in Ihren Alltag einbauen können. Die Antwort auf diese Frage kommt aus Norwegen: die ACEM Meditation. Sie ist eine Gelassenheitsmeditation, die von dem norwegischen Arzt und Psychologen Are Holen von 1966 an entwickelt wurde. Ziel dieser Methode war es, Erkenntnisse der asiatischen Meditation mit dem Wissen der Psychologie zu verbinden.

So funktioniert es

Im Zuge der Meditation sitzen Sie mit geschlossenen Augen auf einem Stuhl mit Rückenlehne. Dieser Aspekt der Meditation macht sie sehr alltagstauglich. Während Sie dort sitzen wiederholen Sie in Ihrem Geiste einen sogenannten Meditationslaut. Diese Laute werden von der ACEM Zentrale entwickelt. Es handelt sich um Silbenfolgen ohne Bedeutung, die möglichst keine Assoziationen beim Meditierenden auslösen sollen. Es wird geraten, diese Worte nicht aufzuschreiben oder sie anderen mitzuteilen, da sie sonst ihre Neutralität verlieren.

Sollten Gedanken und Bilder in Ihrem Kopf auftauchen, können Sie diese wahrnehmen, ohne sie zu verfolgen oder zu verwerfen. Sie sollten allerdings nicht vergessen, Ihren Meditationslaut weiter zu wiederholen. Es wird empfohlen, die Meditation zweimal täglich eine halbe Stunde durchzuführen oder einmal täglich eine dreiviertel Stunde.

Sie können diese Meditation oft in Volkshochschulkursen erlernen. Natürlich unterscheidet sich die Wirkung von Meditationen je nach Art der Meditation, die Sie praktizieren. Die anfangs beschriebenen Erkenntnisse sind daher nicht zwangsläufig auf jede Form der Meditation übertragbar.

Versuchen Sie es doch einfach mal!