Was unsere Lieblingsmusik über unsere Persönlichkeit aussagt

Warum die Musik in unserer Playlist mehr über uns aussagt als unsere Fotos

Wenn ihr wirklich wissen wollt, wie euer Schwarm oder der Partner tickt, schaut euch nicht seine Bilder an, sondern seine Playlist. Anhand der beliebtesten Musikstücke können wir herausfinden, was für Eigenschaften einen Menschen ausmachen, ob er besonders gewissenhaft, introvertiert oder offen ist lässt sich an seiner Playlist erkennen. Jazz-Fans sind eher intellektuell, wohingegen Country Liebhaber emotional stabil sind.
David Greenberg und seinen Forscherkollegen von der University of Cambridge ist es gelungen, den Nachweis zu erbringen, dass unsere Musikpräferenz nicht nur unsere Persönlichkeit spiegelt, sondern auch unseren kognitiven Stil.

Der kognitive Stil

Man kann ihn auch als Denkstil bezeichnen, er beschreibt, die typische Art und Weise, wie ein Individuum Informationen verarbeitet und damit umgeht. Diese Persönlichkeitseigenschaft ist recht stabil und situationsübergreifend. Der kognitive Stil ist bei kognitiven Fertigkeiten wie dem Wahrnehmen und Denken involviert.

Neue Musik wird von Menschen unterschiedlich konsumiert

Dass Menschen neue Musik unterschiedlich aufnehmen ist sicherlich keine Überraschung, doch die Frage war dieses mal, wie sie neue Informationen, in diesem Fall Musik, zu verstehen versuchen. Die einen versuchen, einen gefühlsmäßigen Zugang zu der neuen Musik zu bekommen, die anderen neigen dazu, die Strukturen und Regeln zu analysieren.

Mann Hört Musik

Welcher dieser beiden Stile ein Mensch bei der Verarbeitung von neuen Informationen bevorzugt, sollte somit die Musikvorliebe der Probanden verraten können, so die Hypothese der Wissenschaftler. Hierzu nahmen 4.000 Personen an dem Test teil.
Zu Beginn des Experiments füllten die Teilnehmer einen Fragebogen aus, welcher zunächst zeigen sollte, ob die Person eher in klaren Regeln und systematisch denkt, oder ob sie neue Informationen lieber über Interaktion und Einfühlungsvermögen verarbeitet.

Nachdem die Fragebögen ausgefüllt wurden, spielten die Forscher insgesamt 50 Soundausschnitte aus 26 verschiedenen Genres ab und ließen diese von den Versuchsteilnehmern beurteilen. Um sicher zu stellen, dass die Vorliebe für ein Stück nicht von dessen Bekanntheitsgrad beeinflusst wird, spielten die Forscher Ausschnitte von unbekannten Songs aus einer speziellen Datenbank.

Es wurden deutliche Unterschiede zwischen den systematischen und den empathischen Denkern festgestellt. Die systematischen Denker bevorzugten härtere, intensivere und tendenziell komplexere Musik wie beispielsweise Punk, Heavy Metal und Hardrock. Den empathischen Denkern gefiel eher klassische Musik und entspannende, “wärmere” Musik wie R&B, Soul, Folk, aber auch Latin und Country kamen gut an.

Man sollte im Kopf behalten, dass diese Studie nur eine Tendenz darstellt und es auch Menschen gibt, die beide Denkstile gleichmäßig nutzen. Welche Musik diese Menschen am liebsten hören bleibt offen. Dennoch konnte bewiesen werden, dass es reicht, den Denkstil einer Person zu kennen, um sagen zu können, welche Musik vermutlich gefallen wird.